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Im Vorfeld der Ausstellung gab es darüber hinaus mehrere offene Informationsgespräche mit der Gruppe re-port, die Otto Muehl äußerst kritisch gegenübersteht, sowie mit einem Vertreter der Genossenschaft Friedrichshof. Dies, um zu gewährleisten, dass keine Bilder, auf denen Opfer sexueller Gewalt aus den Jahren 1981-1989 dargestellt sind, ausgestellt oder im Katalog abgedruckt werden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Brandstätter. Das Leopold Museum möchte zuletzt darauf aufmerksam machen, dass die Otto Muehl-Ausstellung offen sexuelle Motive und Darstellungen von Perversionen sowie von brutalster Gewalt enthält, und darüber hinaus bei zwei Exponaten die Gefahr besteht, auch religiöse Gefühle zu verletzen. Entstehung und Umfang der Sammlung Zum allergrößten Teil entstammen die ausgestellten Objekte dem Privateigentum von Rudolf Leopold („Sammlung Leopold II“). Der Sammler wurde erst in den neunziger Jahren auf das Werk Otto Muehls aufmerksam. Zu dieser Zeit war Muehl im Gefängnis inhaftiert (1991-1997). Das erste Mal sah Leopold Arbeiten von Muehl im Wiener Auktionshaus Dorotheum, zumeist Druckgrafik. In der Folge hörte er, dass es im Burgenland am Friedrichshof noch eine ganze Menge anderer Muehlscher Werke zum Verkauf gäbe. Vieler Mühe bedurfte es dort, sich die Bilder anzusehen, waren sie doch nicht etwa auf Rollwagen gestellt, sondern auf vierkantigen Hölzern gelagert. Trotzdem holte Leopold auf wiederholten Fahrten ins Burgenland alle Werke aus dem Depot resp. ließ er sie sich holen, unter ihnen viele, die ziemlich groß und schwer waren, aber auch viele Papierarbeiten. Leopold fuhr ab da immer wieder ins Burgendland zum Friedrichshof und kaufte. Die Mitarbeiter von der Genossenschaft Friedrichshof erinnern sich noch heute gut an diese seine oft länger andauernden Kunst-Aufenthalte. Bald darauf lernte er auch Danièle Roussel von der Kommune in Portugal kennen, die ihn zum Friedrichshof und in die Strafanstalt in Wien begleitete, wo Otto Muehl damals seine Haftstrafe verbüßte. Die Privatsammlung enthält heute über 240 Werke Otto Muehls. [pge]
Link zu: Lifestyle-Artikel zur parallel laufenden Ausstellung: Jugendstil und Secession - Joseph Maria Olbrich

©: VBK Wien, 2010
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