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Um 1900 war Wien das kulturelle Zentrum Mitteleuropas, Hauptstadt eines 51 Millionen Einwohner aus 15 Nationen umfassenden Reiches. Es war die Zeit der so genannten „Wiener Moderne“, in der das Kultur- und Geistesleben der Stadt zwischen etwa 1890 und 1910 in Architektur, Malerei, Literatur und Musik eine einmalige Blüte erlebte, die Zeit der Kaffeehausliteraten, der Wiener Secession, der Wiener Werkstätte und der eleganten Salons. Unter Mahlers Leitung erlebte auch die Hofoper eine Dekade intensivster künstlerischer Erfüllung; seine Reformen in Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Alfred Roller prägen den Opernbetrieb bis heute. Mahlers kompositorisches Werk hingegen wurde im Ausland mehr geschätzt als in Wien. Dies führte zu häufigen Konzerttourneen des Operndirektors, dessen wiederholte Abwesenheit in einer scharfen Pressekampagne kritisiert wurde. Mahler begann sich nach einem lukrativeren Posten umzusehen und ergriff das Angebot der Metropolitan Opera, in New York als Kapellmeister zu arbeiten. Im Herbst 1907 nahm er seinen Abschied von der Hofoper. Auch privat war 1907 ein Krisenjahr: Die erstgeborene Tochter verstarb an Diphtherie, er selbst erfuhr von seinem Herzleiden. Die folgenden Jahre pendelte Mahler zwischen den Kontinenten: Im Winter dirigierte er in New York, im Sommer komponierte er in Europa. Der endgültige Zusammenbruch erfolgte im Februar 1911; todkrank wurde Mahler nach Wien gebracht, wo er am 18. Mai starb. Diese ausgezeichnete und sehenswerte Schau, die von Reinhold Kubik und Thomas Trabitsch kuratiert wurde, ist in den neu renovierten Räumen des ersten Stockes zu sehen. Es wurde dabei versucht neue Wege der Darstellung zu gehen, die in Summe eine abwechslungsreiche optische und akustische Reise durch die Beziehungen Mahlers zu Wien und Wien zu Mahler ergeben. Ergänzend zur Ausstellung gibt es eine grosse Anzahl von sehr interessanten Konzerten und anderen Veranstaltungen! Ausserdem ist ein ausgezeichneter Katalog zusammengestellt von Reinhold Kubik und Thomas Trabitsch mit vielen sehr interessanten Beiträgen erschienen. 400 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-85033-382-5, Verlag Christian Brandstätter [pge]

©: Österreichisches Theatermuseum
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