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Am 29. März 2004 wagte Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein den Schritt, das Museum in der Rossau im nunmehr grundlegend restaurierten Gartenpalais wieder zu eröffnen und die Sammlungen damit wiederzugänglich zu machen. Die Fürstliche Gemäldesammlung umfasst heute mehr als 1.700 Objekte, von denen etwa 170 Spitzenwerke gemeinsam mit Skulpturen, Kunstkammerstücken und Möbeln permanent im Gartenpalais ausgestellt sind. Viele der Verluste der Nachkriegszeit sind heute durch Neuerwerbungen der letzten Jahre kompensiert. Zahlreiche Kunstwerke, wie etwa der äusserst seltene, um 1715 entstandene Tapisserienzyklus der Grossmogulserie aus der Berliner Manufaktur des Jean II. Barraband, konnten auf diese Weise wieder in die Sammlungen integriert werden. Darüber hinaus sollen Lücken in den Sammlungsgebieten geschlossen und die Qualität durch Neuerwerbungen noch zusätzlich gesteigert werden. So reicht die Liste der Ankäufe von Quentin Massys’ (1465/66–1530) Die Steuereintreiber bis zu Rubens’ Ölskizze zu Mars und Rhea Silvia, dem ersten Gemälde überhaupt, das Fürst Hans-Adam II. für die Sammlungen erwerben konnte; die nach diesem Bozzetto ausgeführte Version konnte schon der Namensvetter des heutigen Fürsten um 1700 in seine Sammlung integrieren. Die Skulpturensammlung wurde unter Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein durch bedeutende Erwerbungen von Werken von Andrea Mantegna (um 1431–1508), Jacopo Sansovino (1486–1570) und Alessandro Algardi (1598–1654) bis zu Jakob Gabriel Mollinarolo (1717–1780) und Franz Xaver Messerschmidt (1736–1783) ebenso wesentlich aufgewertet. Auch in der breit aufgestellten Möbelsammlung definieren erlesene Meisterwerke wie das Badminton Cabinet, die vor kurzem angekauften Roentgenmöbel sowie die Boullemöbel aus Pariser und Wiener Werkstätten heute die Qualität dieses Sammlungsgebietes. Vor allem die Bestände aus der Epoche des Biedermeier haben durch Zukäufe der letzten Jahre auf dem Gebiet der Malerei, aber auch auf jenem der Porzellankunst noch mehr Gewicht erhalten. Diese hochkarätigen Werke des Biedermeier werden am zukünftigen zweiten Standort des Museums, dem Stadtpalais in der Bankgasse, nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten an diesem Gebäude ab Ende November 2012 zusammen mit den im aufregenden Neorokoko gestalteten Period-Rooms der Öffentlichkeit zugänglich sein. Diese kurzweilige Ausstellung gibt einen wunderbaren Überblick über die beschriebenen Schwerpunkte der Fürstlichen Sammlung, und wird von einem umfassenden Katalog begleitet. Ausserdem möchte ich auf das vielfältige und abwechslungsreiche Rahmenprogramm hinweisen. [pge]

©: Liechtenstein Museum. Die Fürstlichen Sammlungen, Wien
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